Unterstützung im Fußballverband Mittelrhein - Vereine, FVM & DFB für Saisonfortsetzung

  • Der FVM möchte die Saison 2019/20 ab 1. September fortsetzen.
  • Die meisten Vereine wollen die Saison zu Ende spielen. 
  • Die Sportfreunde Ippendorf sehen darin auch den fairsten Weg.

 

Anders als Niederrhein und Westfalen möchte der Fußballverband Mittelrhein (FVM) die Saison 2019/20 im Herbst unbedingt fortsetzen. Die meisten Vereine wollen das auch. So wie die Sportfreunde Ippendorf. Dessen Präsident Sebastian Grohs erklärt im Interview, warum er für eine Fortsetzung der Spielzeit ist. Und warum er das Vorgehen des FVM vorbildlich findet. 

 

Herr Grohs, der Fußballverband Mittelrhein (FVM) um seinen Vorsitzenden Bernd Neuendorf tendiert klar und plakativ für eine Fortsetzung der Fußballsaison 2019/20 ab möglichst dem 1. September. Sie sind Vorsitzender der Sportfreunde Ippendorf, dem zweitgrößten Verein in Bonn. Sind Sie auch für eine Fortsetzung der Spielzeit?

Sebastian Grohs: Wir sind klar für eine Fortsetzung der Saison 2019/20. Sobald wieder Fußball gespielt werden kann, sollte man die gespielte Saison fortführen. Denn es ist ja klar: Der DFB hat seine Spielordnung aus gutem Grund angepasst. Die Spielzeit ist damit nicht nur zu retten, so ist auch sportlich sichergestellt, dass Schweiß und Arbeit der Hinrunde, sowie der ersten Spiele der Rückrunde nicht umsonst gespielt wurden. Darum sind wir für die sportlichste und fairste Lösung. Das ist besser, als die Saison einfach unnötig abzubrechen. Fußball spielen und so sportlich die laut Satzung gewohnten Fakten schaffen. 

Wie soll die sportliche Regelung aussehen? 

Grohs: Relativ einfach, wir spielen wie geplant unmittelbar an das Ende der Sommerferien die Saison zu Ende. Die fehlenden 12 Spieltage sollten bis in den Oktober gespielt werden, damit vor den klassischen Corona- & Influenza Wiedereinsetzung-Monaten November / Dezember die Saison 2019/20 zu Ende gespielt werden kann.

Der FVM will das auch, weil er sonst bei Abbruch rechtliche Auseinandersetzungen fürchtet. Können Sie die Sorge teilen?

Grohs: Ja, weil ein Abbruch-Szenario die Statuen gar nicht vorsehen. Das Wunschdenken vieler Vereine möglichst alles steigt auf und keiner steigt ab, ist überhaupt nicht realisierbar. Bei einer Entscheidung pro Abbruch wird es entgegen der Einschätzung der Mannschaften die mit "Nein" gestimmt haben nicht zur Wolkenkuckucksheim-Auslegung kommen. Mit dieser Entscheidung werden mindestens 50 % der 49,86 % "Nein"-Sager dann auch nicht zufrieden sein. 

Der FVM hat in der vergangenen Woche bei allen seinen Vereinen dieses Meinungsbild zum Thema eingeholt. Das Ergebnis ging mit 50,14 Prozent knapp in Richtung Saison-Weiterführung. Die knappe Mehrheit der Vereine hat sich also in FVM-Richtung geschlagen. Für Sie akzeptabel?

Grohs: Es war ja grundsätzlich nur ein Stimmungsbild und keine Kommunalwahl. Aber ja, es ist zusätzlich zu den Änderungen der Spielordnung durch den DFB und der Führsprache des FVM die dritte Entscheidung in die richtige Richtung. Damit hat der FVM anders als alle anderen Verbände - über das notwendige Maß - Demokratie-Verständnis gezeigt. Das ist zu tolerieren und die in Summe dann drei eindeutigen Meinungen sind zu akzeptieren. 

Was würde eine Fortführung der Saison für einen Landesligisten oder gar Mittelrheinligisten bedeuten?

Grohs: Das liegt je nachdem im Auge des Betrachters. Eine Mannschaft, die im Soll ist und gar Aufstiegsambitionen hat wird diese auch weiterverfolgen wollen. Mannschaften im Niemandsland der Tabelle oder gar unter diesem, könnten vermutlich im Stimmungsbild eher auf einen Abbruch und eine etwaige, mögliche Auslegung in ihre Richtung hoffen. Generell sollte man ggf. aus dieser Erfahrung lernen und die Klassen über der Kreisliga, die derzeit immerhin auch 53 Vereine (von knapp 1.000 im Verbandsgebiet) im männlichen Sektor betreffen unter einen anderen Dachverband stellen. Die Diskussion ist wirtschaftlich und ggf. auch sportlich sicher notwendig. 

Wo lägen die Probleme bei Fortführung?

Grohs: Zweifelsohne sind die ältesten Jugend Jahrgänge bei Jungs und Mädchen erstmal in einer Ausnahmesituation. Da aber beim Einfrieren im März auch schon nur noch 14 Tage bis zur Spielberechtigung der A Jugendlichen ausstanden, ist diese Thematik sicher ein Thema, aber in Summe auch handelbar. Wir können sagen unsere A-Jugend ist heiß darauf die Saison in der Kreisklasse zu Ende zu spielen. Egal ob im Juni oder erst im September/Oktober. 

Wir haben uns aktuell entschlossen, im heutigen Beitrag um 20:15 Uhr den Fokus weniger auf den FVM zu legen. Ihr Interview werden wir jetzt nicht ausstrahlen. Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Offenheit und alles Gute für den Verein. 

 

Das Gespräch führte Tommy d. L.

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